Romane

David Nicholls – sweet sorrow [Rezension]

Ich muss zugeben, dieses Buch hat es per se schon schwer bei mir. Ich habe „Zwei an einem Tag“ von David Nicholls so sehr gemocht, eigentlich schon geliebt, so dass es jedes weitere Buch des Autors erst einmal schwer hat.

Übrigens, mit „Zwei an einem Tag“ habe ich meinen Blog begonnen. Es war 2011 der erste Beitrag meines Blogs.

Inhalt

Charlie Lewis steht kurz vor seiner Hochzeit, als er eine Einladung zu einem Ehemaligentreffen seiner Jugendtheatergruppe erhält. Dort lernte er vor zwanzig Jahren die erste große Liebe seines Lebens kennen und nun erinnert er sich an diese prägende Zeit seines Lebens.

Meine Meinung

Das Buch „sweet sorrow – Weil die Liebe unvergesslich ist“ ist in zwei Ausgaben erschienen, einmal Buch rot auf einem cremefarbenen Untergrund, eimal blau mit weißem Hintergrund. Beide sehr schön und schlicht gestaltet. Eine tolle Marketingidee, ich habe glücklicherweise die blaue Version erhalten, die mir optisch sehr gut gefällt.

Zur Geschichte: Die meiste Zeit spielt das Buch in der Vergangenheit, in der Zeit rund um den Schulabschluss. Eine schwierige Zeit für Charlie, seine Eltern haben sich getrennt, er ist traurig, muss (zuviel) Verantwortung übernehmen und auch in der Schule läuft es nicht rund. Zudem muss er sich um seinen depressiven Vater ganz alleine kümmern. Dann lernt er Fran kennen und kommt durch sie zu einer Theatergruppe, die gerade das Stück „Romeo und Julia“ probt. Um Fran nahe zu sein, schließt sich David der Gruppe an.

Für mich war das Buch schwierig zu lesen. Leider konnte ich bis zum Ende nicht richtig in die Geschichte einsteigen. Die Passagen die sich mit dem Theaterstück beschäftigen, waren mir zu langatmig und kamen zu häufig vor. Ich verstehe den Ansatz des Buches, aber die Umsetzung ist in meinen Augen nicht ganz gelungen.

Die Auseinandersetzung mit Romeo und Julia nimmt gefühlt zwei Drittel des Buches ein, was mich persönlich gestört hat. Wenn ich mich mit Romeo und Julia beschäftigen will, dann tue ich es, indem ich das Stück lese oder ins Theater gehe, nicht indem ich einen Roman lese der von etwas anderem handeln sollte.

Hier ist auch der Klappentext meiner Meinung nach etwas irreführend. Dort steht:
Manches im Leben strahlt so hell, dass es nur aus der Entfernung wirklich gesehen werden kann. Die erste große Liebe ist so eine Sache, die immer noch leuchtet, auch wenn sie längst verglüht ist. Genauso ist es Charlie Lewis ergangen. Nichts an ihm ist besonders. Dann begegnet er Fran Fisher, und seine Welt steht Kopf. In den langen, hellen Nächten eines unvergesslichen Sommers macht Charlie die schönsten, peinlichsten und aufregendsten Erfahrungen seines Lebens. Und steht zwanzig Jahre später vor der Frage, ob er sich traut, seine erste große Liebe wiederzutreffen.“

Genau dieses strahlende Gefühl habe ich in dem Buch vermisst. Auch kam die Gegenwart meines Erachtens viel zu kurz.

Für mich war es eine nette Geschichte über die erste Liebe eines unglücklichen Jungen, die mich aber nicht berührt hat. Zumal die Liebe in dem Buch auch nur ganz am Rande vorkam (und das sage ich, die ich eigentlich keine Liebesromane mag, hier hätte aber mehr Liebe gut getan).

So angetan und begeistert wie ich von „Zwei an einem Tag war“ so enttäuscht und gelangweilt war ich leider von „sweet sorrow“. Ich habe von anderen Bloggern gelesen, dass sie begeistert waren von dem Buch, mich konnte es leider überhaupt nicht überzeugen.

Nachdem ich mich stellenweise wirklich durch das Buch gequält habe, hatte ich gehofft, dass mich das Ende versöhnen wurde, dies war aber leider auch nicht der Fall.

Fazit

Ich bin mit der Erwartung einer berührenden Geschichte über die erste Liebe an das Buch gegangen. Das habe ich leider nicht vorgefunden. Obwohl ich in der Zeit groß geworden bin in welcher das Buch spielt, ist der Funke nicht übergesprungen.

Leider kein Herzensbuch – ❤️❤️ Herzen für einen zu langatmigen Ausflug in die Vergangenheit.

Mehr zum Buch

„sweet sorrow“ ist im Dezember 2019 bei Ullstein erschienen. Es ist in zwei Ausgaben (blau und rot) verfügbar und hat 512 Seiten. Als Hardcover kostet es EUR 22,00 – Link zum Buch bei Thalia

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