Das Buch „Die Ermordung des Commendatore Teil 2- Eine Metapher wandelt sich“, ist die Fortsetzung des ersten Teils „Die Ermordung des Commendatore – Eine Idee erscheint„.  Die Bücher sind eigentlich ein einziges Buch, welches auf Grund seiner Länge in der Mitte geteilt wurde. Und so geht der zweite Teil nahtlos an der Stelle weiter, an der der erste Band endete.

Inhalt

Mit dem Porträt der 13-jährigen Marie wächst allmählich das Selbstvertrauen des jungen Malers in seinen eigenen Stil. Die wiedergewonnene Sicherheit hilft ihm, das Ende seiner Ehe zu verarbeiten. Während der Sitzungen freunden sich das Mädchen und der Maler an. Er ist beeindruckt und erschrocken zugleich von Maries Klugheit und Scharfsinn. Mit ihr kehrt die Erinnerung an seine kleine Schwester zurück, deren Tod er nie überwunden und nach der er in jeder Frau gesucht hat. Auch in seiner eigenen, die, wie er erfährt, schwanger ist. Als Marie verschwindet, ist er fest davon überzeugt, dass dies im Zusammenhang mit dem Gemälde ›Die Ermordung des Commendatore‹ steht und dass nur das Gemälde und sein Maler ihm den Weg weisen können, um Marie zu finden. Ein Weg, der durch eine Luke in eine andere Welt führt.

Meine Meinung

Wie bereits beim ersten Teil, so ist auch die zweite Hälfte des Buches wunderbar ruhig erzählt. Der namenlose Maler, der den Auftrag erhalten hat Marie zu porträtieren, erzählt genauso wunderbar ruhig aber beeindruckend seine Geschichte weiter. Durch seine Sitzungen mit Marie findet er wieder einen Zugang zum Malen uns als sie verschwindet, macht er sich auf den Weg, begleitet von einer Metapher, Marie zu finden. Die Grenzen zwischen der mystischen Welt und der Realität sind bei Murakami fließend und die mystische Welt fügt sich ganz unaufgeregt und selbstverständlich in das Geschehen ein. Dies gefällt mir besonders gut an den Büchern, alles wirkt so selbstverständlich und ist doch zauberhaft und übernatürlich. In diesem zweiten Teil lernen wir auch Tomohiko Amada, den Maler und Besitzer des Hauses in welchem der Protagonist wohnt, kennen. Die Geschichte seiner Jugend erklärt die Entstehung des Bildes „Die Ermordung des Commendatore“, lässt aber auch einige Fragen offen. Stück um Stück, wie bei einem Puzzle, werden in den folgenden Kapiteln die einzelnen Stränge der Handlung, sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart,  zusammengefügt. Das einzig etwas gewöhnungsbedürftige an diesem Buch war für mich die Erotik, insbesondere im Kontext mit der 13 jährigen Marie. Dies ist mir in den ersten Kapiteln (Teil 1) aber unangenehmer aufgefallen als in diesem Teil des Buches.

Fazit

Der Band 2 ist keine Fortsetzung einer Geschichte, sondern der zweite Teil eines Buches. Leider ist das Buch in zwei Bänden erschienen anstatt in einem umfangreicheren Band.  Dies verwirrt ein wenig und hat auch bestimmt manch einen Leser verärgert. Aber die wunderbare Aufmachung der beiden Bücher hat mich auf jeden Fall  versöhnt. In den Erstauflagen haben beiden Bände einen farbigen Schnitt und auch die Umschlaggestaltung ist ungewöhnlich. Die deutsche Übersetzung von Ursula Gräfe ist wie immer wunderbar und auf den Punkt!

Mir hat das Buch sehr gut gefallen, es ist ein leises Buch, das Aufmerksam erfordert, aber den Leser mit vielen wunderbaren Details belohnt. Für mich ist die Ermordung des Commendatore Teil 1 und 2 eines meiner Jahreshighlights und ein Buch welches ich bestimmt noch einmal lesen werde.

Über das Buch

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Das Buch ist im Dumont Verlag erschienen und hat 496 Seiten. Es ist als gebundene Ausgabe erschienen und kostet EUR 26,00. Die Erstauflage hat einen dunkelblauen Farbschnitt. Link zum Buch

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