Inhalt / Klappentext

Cambridge ist ein Ort der Spione. Hier werden Freundschaften geschlossen und verraten. Der charismatische Geschichtsprofessor Hunt weiß das nur zu gut, seine Freunde von einst sind schon lange keine mehr. Vielleicht interessiert er sich deshalb so für die Promotion der deutschen Studentin Wera, die fasziniert ist von der Spionagegruppe der Cambridge 5: Fünf Studenten, die sich in den 1930er Jahren vom russischen Geheimdienst anheuern ließen und jahrzehntelang erfolgreich Informationen weitergaben. Diese Zeiten scheinen lange vergangen. Doch dann wird Hunt in einen Mordfall verwickelt. Hat er etwas zu verbergen, oder will man ihm die Schuld zuschieben? Und welche Rolle spielt Wera wirklich? Die Zeit der Spione ist anscheinend noch lange nicht vorbei …

Meine Meinung

Das Buch ist ein Roman der auf drei unterschiedlichen Zeitebenen spielt. In allen der drei Zeitebenen geht es um eine Spionagegruppe. Sowohl in den 30er, in den 70er Jahren und in der Gegenwart steht jeweils eine Gruppe von russischen Spionen in Fokus die im renommieren Cambridge leben und wirken.

Die junge Studentin Wera schreibt ihre Promotion über den russischen Spion Kim Philby und die Gruppe Cambridge 5. Unterstützt wird Sie dabei von Professor Hunt, einem berühmten Geschichtsprofessor, der in den 70er Jahren in der linken Studentenbewegung aktiv war. Doch dann wird Hunt in einen Mordfall verwickelt, der den Schluss zulässt, dass das Thema Spionage auch hier eine Rolle spielen könnte.

Über drei Zeitebenen hinweg erfährt der Leser langsam die Hintergründe – doch wem kann der Leser trauen? Jeder erscheint verdächtig, sogar die junge deutsche Studentin Wera.

Besonders fasziniert hat mich an diesem Roman, dass er geschickt Realität und Fiktion verwebt. Er basiert auf den neusten Forschungsergebnissen der Mitrochin-Papiere, welche erst im Jahre 2014 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden.Die Autorin Hannah Coler, hinter der sich Dr. Karina Urbach verbirgt, ist eine deutsche Historikerin, die in Cambridge sowohl studiert als auch gelehrt hat. Sie war auch an zahlreichen Dokumentationen des ZDF und BBC beteiligt. Dadurch ist die Story über russische Spionage in Cambridge nicht nur sehr spannend geschrieben sondern auch brillant recherchiert und für jeden der sich für Geschichte interessiert empfehlenswert. Interessant ist auch, dass der Vater von Hannah Coler für den amerikanischen Geheimdienst gearbeitet hat.

Den Doppelspion um den es in den 70er Jahren geht, Kim Philby, gab es tatsächlich, die Hintergrundinformationen zu Philby kann man beispielsweise bei Wikipedia nachlesen. Auch John le Carré ließ sich von der Geschichte des Kim Philbys inspirieren, der Roman „Dame, König, As, Spion“ beruht auf seiner Geschichte. Ebenso produzierte er eine Reportage „König der Spione“ indem die „Cambridge 5“ näher beleuchtet werden. Auch ihn findet man hier im Roman wieder.

Aber auch aktuell steht Cambridge und seine Spione wieder im Focus, sei es die Trump Affäre oder die Verwicklung der SCL Group, einer Tochter der Cambridge Analytica, welche auch im Focus stand, als es um Ungereimtheiten bei den Präsidentschaftswahlen in Kenia ging.

Fazit

Das Buch ist sowohl geschichtlich interessant als auch ein spannender Roman, fast schon Thriller. Ich mag Bücher, bei denen ich während oder nach dem Lesen die Hintergründe bei Interesse weiter verfolgen kann. Ich hoffe sehr, dass wir Professor Hunt bei einer möglichen Fortsetzung für ein Auslandssemester nach Amerika begleiten dürfen. Ich würde mich sehr freuen!

Zum Buch

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Das Buch ist im Limes Verlag erschienen und war 2017 für den renommierten Friedrich-Glauser-Preis nominiert.

Es hat 416 Seiten und kostet als gebundene Ausgabe EUR 19,99

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